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Straßburg in 3 Tagen: zwei Tage Stadt, ein Tag Elsass

Der dritte Tag macht die Reise, und er ist der einzige, den man falsch planen kann. Colmar, Weinstraße, Hohkönigsburg: was ohne Auto wirklich geht, was nicht, und warum die letzte Rückfahrt über alles entscheidet.

Von Théo Lindner31. August 20267 Min. Lesezeit
Straßburg in 3 Tagen: zwei Tage Stadt, ein Tag Elsass

Drei Tage sind für Straßburg das richtige Maß. Zwei Tage genügen der Stadt, und der dritte öffnet das Elsass, das fünfundzwanzig Bahnminuten entfernt beginnt.

Genau dieser dritte Tag geht am häufigsten schief. Nicht aus Mangel an Lust, sondern weil die Hälfte der Ziele, die als gut erreichbar verkauft werden, ohne Auto keine sind, und weil niemand dazusagt, wann der letzte Bus zurückfährt.

Hier steht der Ablauf, mit einer ehrlichen Sortierung. Wir haben Ziel für Ziel geprüft, was mit öffentlichen Verkehrsmitteln wirklich funktioniert, und sagen es klar, wenn es nicht funktioniert.

Tag 1 und 2: die Stadt

Die ersten beiden Tage sind unsere Route für zwei Tage, die wir hier nicht wiederholen: Altstadtinsel und Münster am ersten Tag, Neustadt und das lebendige Straßburg am zweiten.

Was drei Tage ändern, ist das Tempo. Mit einem Ausflugstag in der Hinterhand können Sie endlich:

  • ein Museum richtig ansehen statt es zu überfliegen. Eintritt 9 €, ermäßigt 5 €, frei für unter 18-Jährige. Tagespass für alle Häuser 20 €. Achtung: montags geschlossen, und der erste Sonntag jedes Monats ist frei;
  • die Neustadt ohne Uhr ablaufen, das wilhelminische Viertel, seit 2017 UNESCO-Welterbe, das Zweitagesbesucher im Eilschritt durchqueren;
  • zum Parc de l'Orangerie mit seinen frei fliegenden Störchen, und weiter ins Europaviertel, wenn Sie die Institutionen interessieren;
  • zweimal ordentlich essen statt einmal, was in dieser Stadt kein Detail ist.

Tag 3: wohin, und geht das überhaupt ohne Auto

Für den dritten Tag zählt vor allem die letzte Rückfahrt, und wer direkt gegenüber der Grande Île wohnt, ist in wenigen Minuten am Hauptbahnhof zurück. Von dort starten alle Züge nach Colmar, Obernai oder Sélestat.

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Rebzeilen auf den Hügeln der elsässischen Weinstraße

Das ist die Rangliste, die zählt: nicht nach Schönheit, sondern nach tatsächlicher Erreichbarkeit ab dem Straßburger Hauptbahnhof, ohne Auto.

ZielAnfahrtOhne Auto
Colmar26-35 min Bahn, alle 30 MinutenSehr einfach
Obernai28 bis 31 min, rund 21 Verbindungen am TagSehr einfach
Sélestat20 min im schnellsten Fall, viertelstündlich tagsüberSehr einfach
HohkönigsburgBahn bis Sélestat, dann Shuttle L500Nur wenn der Shuttle fährt
WeinstraßeBahn bis Colmar, dann Kut'zig oder LinienbusNur in der Saison
Mont Sainte-OdileBahn bis Obernai, dann saisonaler Shuttle oder TaxiSchwierig, im Einzelfall prüfen

Sie werden Europa-Park und Freiburg in dieser Tabelle vermissen. Das ist Absicht, und wir kommen weiter unten darauf zurück.

Colmar, die sichere Wahl

Wenn es nur ein Ausflug sein soll und Sie kein Risiko wollen, dann dieser. 26-35 min Fahrzeit, tagsüber alle 30 Minuten eine Verbindung, erste Abfahrt gegen 5.19 Uhr und Rückfahrten bis spät am Abend.

Vor Ort füllen die Klein-Venedig genannte Gerberviertel-Ecke, die Kais an der Lauch, die Martinskirche und das Unterlinden-Museum einen Tag ohne Hetze. Für einen halben Tag genügt die Altstadt allein.

Die eigentliche Falle liegt woanders: viele fahren montags hin, wenn mehrere Museen zu sind, oder mitten im Advent, wenn Colmar auf kleinerer Fläche dreimal dichter ist als Straßburg. Dazu unser Vergleich Colmar oder Straßburg.

Die Weinstraße: alles hängt an der Saison

Das ist der meistgewünschte Ausflug, und der mit den meisten Falschinformationen. Riquewihr, Ribeauvillé, Eguisheim, Kaysersberg: ohne Auto hängt alles an einem saisonalen Shuttle.

Der Kut'zig ist ein Cabrio-Bus im Ringverkehr, Ein- und Aussteigen frei, der Colmar, Ribeauvillé, Riquewihr, Kaysersberg, Turckheim und Eguisheim verbindet. Er fährt vom 3. April bis 11. Oktober 2026, alle 1 Std. 45 Min..

Die Verkehrstage wechseln im Jahresverlauf: Freitag bis Sonntag und Feiertage im April, Mai, Juni und Oktober, dann Dienstag bis Sonntag und Feiertage im Juli, August und September. Der Preis für 2026 ist nicht klar veröffentlicht, fragen Sie im Fremdenverkehrsamt Colmar nach.

Bei einem Takt von 1 Stunde 45 ist die Rechnung einfach: zwei Dörfer am Tag, nicht drei. Kaysersberg und Riquewihr, oder Eguisheim und Turckheim. Wer vier anpeilt, verbringt den Tag an Bushaltestellen.

Außerhalb der Saison bleiben die Linienbusse ab Colmar. Sie fahren, aber die Abendzeiten sind unsicher: planen Sie die Rückkehr nach Colmar vor 19 oder 20 Uhr, dann mit der Bahn nach Straßburg.

Ausflüge zur Weinstraße ansehen →

Die Hohkönigsburg: der Shuttle, oder gar nicht

Der Dolder-Turm und die Hauptgasse von Riquewihr

Die Burg ist spektakulär und der Blick über die Rheinebene lohnt die Anfahrt. Aber sie liegt hoch oben, und ohne Auto hängt alles an einem Faden: dem Shuttle L500 ab dem Bahnhof Sélestat.

Der Shuttle ist auf die Ankünfte der Regionalzüge aus Straßburg, Colmar, Mülhausen und Basel getaktet, was den Umstieg bequem macht, oft zehn bis zwanzig Minuten. Er nahm den Betrieb am 28. Februar 2026 wieder auf und fährt über weite Teile des Jahres, vor allem an Wochenenden, Feiertagen und in der Hauptsaison.

Der wunde Punkt ist die Rückfahrt. Die genauen Zeiten stehen in einem Dokument, das die Burg jede Saison neu herausgibt, und es gibt keine ganzjährig gültige Zeit für den letzten Bus. In den Vorjahren verließ der letzte Shuttle die Burg am mittleren bis späten Nachmittag.

Also zwei Regeln, ohne Ausnahme. Prüfen Sie, ob der Shuttle an Ihrem Datum fährt. Und planen Sie den Tag vom letzten Bus her, nicht vom Zug.

Rechnen Sie zwei bis drei Stunden für die Burg. Mit Sélestat und seiner Humanistenbibliothek davor oder danach ist der Tag voll.

Tickets und Führungen Hohkönigsburg →

Obernai, der unterschätzte Kompromiss

Die späte Rückfahrt erlaubt sogar ein Abendessen vor Ort, aber wer möchte, bleibt gleich über Nacht statt zurückzufahren. In Obernai selbst, mitten in der Weinstraße, liegt dafür ein Haus mit Day-Spa.

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Obernai, Weinstraße · Übernachtungen und Day-Spa-Pakete, Preise je nach Saison

28 bis 31 Minuten, rund einundzwanzig Verbindungen am Tag, letzte Abfahrt gegen 22.35 Uhr. Damit ist Obernai das einzige Weinstädtchen, das ganzjährig und ohne Shuttle funktioniert.

Stadtmauer, Marktplatz, Peter-und-Paul-Kirche, Winzergassen, und Weinlehrpfade rundherum. Für einen halben Tag ideal, und die späte Rückfahrt erlaubt sogar das Abendessen vor Ort.

Wenn Ihr Reisedatum außerhalb der Kut'zig-Saison liegt, ist Obernai die richtige Antwort auf den Wunsch nach elsässischem Weindorf.

Was wir Ihnen nicht empfehlen, und warum

Freiburg und der Schwarzwald

Für einen französischen Leser ist Freiburg ein hübscher Kontrast. Für Sie ist es der Nachbarort. Wenn Sie aus Baden-Württemberg oder Hessen anreisen, wäre es merkwürdig, drei Tage im Elsass zu verbringen, um am dritten nach Deutschland zurückzufahren.

Der dritte Tag ist die Gelegenheit, das Elsass zu sehen, das Sie von zu Hause aus selten ansteuern. Nutzen Sie sie dafür.

Europa-Park

Dasselbe Argument, verstärkt. Ab Straßburg gibt es zwar einen Shuttle, aber er bringt Sie um 8 Uhr hin und um 18.30 Uhr zurück, also vor Parkschluss in der Hauptsaison. Von Deutschland aus fahren Sie ohnehin bequemer direkt hin, an einem eigenen Tag.

Mit Kindern in Straßburg gibt es Besseres, und es steht in Straßburg mit Kindern.

Mont Sainte-Odile

Wir sagen es lieber deutlich. Der Mont Sainte-Odile ist ein großartiger Ort, und er ist 2026 ohne Auto nicht vernünftig erreichbar.

Bis Obernai kommen Sie problemlos mit der Bahn, aber der Aufstieg hängt danach an einem saisonalen Shuttle, dessen Termine und Zeiten für 2026 nicht nachprüfbar veröffentlicht sind. Bleiben Taxi oder organisierte Tour.

Wer ohne Auto ein Vogesenpanorama will, nimmt die Hohkönigsburg.

Die Regel für jeden Ausflug

Sie steht in einem Satz: bauen Sie den Tag von der letzten Rückfahrt her, nicht von der Hinfahrt.

Das gilt überall und wird lebenswichtig, sobald ein Bus im Spiel ist. Ein Zug Colmar-Straßburg fährt noch gegen 22.30 oder 23 Uhr. Ein Burg- oder Weinstraßenshuttle hört mitten am Nachmittag auf.

Drei Reflexe vor der Abfahrt:

  • Prüfen Sie das Datum, nicht nur die Saison. Touristische Shuttles fahren auch in der Hauptzeit nicht täglich.
  • Notieren Sie die letzte Busabfahrt, nicht die letzte Zugabfahrt. Der Bus ist das schwache Glied.
  • Halten Sie eine Umlaufreserve. Bei einem Takt von 1 Stunde 45 holt man einen verpassten Bus nicht auf.

Und ein Hinweis, der Deutsche regelmäßig überrascht: das Deutschlandticket gilt in Frankreich nicht. Weder im Regionalverkehr noch in der Straßburger Tram jenseits von Kehl. Alles dazu in mit der Bahn nach Straßburg.

Wenn Sie mit dem Auto kommen

Dann ändert sich alles, und die Rangliste oben wird gegenstandslos. Der Mont Sainte-Odile wird einfach, die Weinstraße fahren Sie im eigenen Takt, und drei Dörfer an einem Tag sind machbar.

Eine Einschränkung bleibt, in Straßburg selbst: fahren Sie das Auto nicht ins Zentrum. Der Park-and-Ride für 4,20 € am Tag, Tram und Bus für alle Insassen inklusive, bleibt die Lösung, beschrieben in Parken in Straßburg.

Wann fahren

Für drei Tage mit Ausflug ist das Fenster April bis Oktober, weil nur dann die touristischen Shuttles fahren. Außerhalb fällt der dritte Tag auf Colmar, Obernai oder Sélestat zurück, die ganzjährig hervorragend und erreichbar sind.

Im Dezember ändert der dritte Tag seinen Charakter: dann sind es die Weihnachtsmärkte des Elsass, die wir in Weihnachtsmärkte im Elsass ab Straßburg nach Erreichbarkeit sortiert haben.

Zur weiteren Vorbereitung

Wird die Reise kürzer, sagt unsere Route Straßburg an einem Tag, was Sie streichen. Für den Gesamtüberblick was tun in Straßburg, und für die Anreise Anfahrt und Parken aus Deutschland.

Den Colmar-Tag im Detail, mit den Schließtagen der Museen, finden Sie in Colmar ab Straßburg. Bleiben Sie am dritten Tag lieber in der Stadt, sortiert Straßburg abseits der Pfade, was sich wirklich besuchen lässt.

Quellen: SNCF Connect, TER Grand Est, Trainline und Omio (Fahrzeiten, Takte und Betriebszeiten für Colmar, Obernai, Sélestat, erhoben am 28. und 31. August 2026); haut-koenigsbourg.fr, offizielle Seiten zum Shuttle L500 und Meldungen 2026; routedesvins.alsace und Fremdenverkehrsamt Colmar (Kut'zig, Zeitraum und Takt 2026); Pressemitteilung Europa-Park Resort vom 17. März 2026 und Fluo Grand Est (Linie 271); musees.strasbourg.eu, Preisliste erhoben im August 2026; CTS (Park-and-Ride). Touristische Shuttles werden jedes Jahr neu vereinbart und ihre Zeiten ändern sich: prüfen Sie das genaue Datum vor der Abfahrt.

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Häufige Fragen

Was macht man am dritten Tag in Straßburg?
Einen Ausflug ins Elsass. Zwei Tage genügen der Stadt, der dritte öffnet die Region. Ohne Auto sind Colmar, Obernai und Sélestat sehr einfach mit der Bahn zu erreichen. Die Hohkönigsburg und die Weinstraße gehen nur, wenn ihre saisonalen Shuttles fahren.
Kann man die elsässische Weinstraße ohne Auto besuchen?
In der Saison ja. Der Cabrio-Bus Kut'zig fährt im Ring Colmar, Ribeauvillé, Riquewihr, Kaysersberg, Turckheim und Eguisheim, vom 3. April bis 11. Oktober 2026, im Takt von 1 Stunde 45. Bei diesem Takt schaffen Sie zwei Dörfer am Tag, nicht drei. Außerhalb der Saison bleiben die Linienbusse ab Colmar, mit unsicheren Abendzeiten.
Wie kommt man ohne Auto zur Hohkönigsburg?
Mit der Bahn bis Sélestat, dann mit dem Shuttle L500, der auf die Zugankünfte getaktet ist. Er fährt seit dem 28. Februar 2026 wieder, vor allem an Wochenenden, Feiertagen und in der Hauptsaison. Kritisch ist die Rückfahrt: es gibt keine ganzjährig gültige Zeit für den letzten Bus, sie wird saisonweise veröffentlicht. Planen Sie den Tag vom letzten Bus her.
Lohnt sich ein Ausflug nach Freiburg oder Europa-Park ab Straßburg?
Für Reisende aus Deutschland eher nicht. Freiburg und der Schwarzwald liegen für Sie vor der Haustür, und Europa-Park erreichen Sie von zu Hause aus bequemer als über den Straßburger Shuttle, der schon um 18.30 Uhr zurückfährt. Nutzen Sie den dritten Tag lieber für das Elsass, das Sie sonst selten ansteuern.
Gilt das Deutschlandticket für Ausflüge ab Straßburg?
Nein. Es gilt weder im französischen Regionalverkehr noch in der Straßburger Tram jenseits von Kehl. Für Fahrten nach Colmar, Obernai oder Sélestat brauchen Sie ein französisches Bahnticket, für die Tram einen CTS-Fahrschein.
Autorenprofil

Théo Lindner

Redakteur · Besichtigungen & Routen

Acht Jahre lang Gästeführer zwischen Münster und Neustadt, kennt Théo jeden Stein der Grande Île. Er entwirft die Routen des Guides, stoppt die Gehzeiten und findet die Aussichtspunkte, an denen die Reisegruppen vorbeilaufen.