Zuem Strissel: die älteste Winstub Straßburgs, zwischen Kulisse und Debatte
Geschnitzte Säulen, alte Glasfenster, ein Saal aus dem 16. Jahrhundert: die Kulisse ist eine Reise. Die Küche dagegen spaltet die jüngeren Bewertungen. Unser ehrlicher Steckbrief.

Das Urteil
Seien wir offen, das ist das Prinzip unserer Steckbriefe: Zuem Strissel ist ein Denkmal, eine der ältesten Winstubs Straßburgs in einem Haus des 16. Jahrhunderts, aber seine Google-Note von 3,8 auf über 1 100 Bewertungen fällt gegenüber den anderen Institutionen dieser Auswahl ab. Die jüngeren Bewertungen loben einhellig den Rahmen und bemängeln eine Küche, die zu Stoßzeiten ungleichmäßig geworden ist. Unsere Haltung: man geht wegen des Ortes hin, der die Reise wirklich wert ist, und zielt auf die ruhigen Servicezeiten.
Was man dort findet
Eben die Kulisse: geschnitzte Holzsäulen, alte Glasfenster, lange Tische unter den Balken. Die Karte bietet das vollständige elsässische Repertoire, Sauerkraut voran, zu Preisen, die für die Lage gegenüber dem Alten Zollhaus maßvoll bleiben.
Der Hinweis für den Besuch
Zielen Sie auf ein Mittagessen unter der Woche außerhalb der Ferien, wenn die Küche im eigenen Rhythmus arbeitet: dann ist der Abstand zwischen Fünf-Sterne-Kulisse und Teller am kleinsten. Und selbst wenn Sie dort nicht essen, treten Sie ein, um den Saal zu sehen: er erzählt vier Jahrhunderte Stadtgeschichte.
Häufige Fragen
Lohnt sich Zuem Strissel trotz gemischter Bewertungen?
Welches ist die älteste Winstub Straßburgs?
Camille Roth
In Schiltigheim geboren, arbeitete Camille zehn Jahre in der Straßburger Gastronomie, bevor sie die Schürze gegen den Notizblock tauschte. Sie schreibt über Winstubs, aufstrebende Küchen und elsässische Produkte. Ihre Regel: nie eine Adresse empfehlen, in die sie nicht auch ihre Eltern schicken würde.



